Geschichte
der Sammlung

Volante//in Kirchzarten bei Freiburg

Alles begann

im Jahr 1981 mit einem „alten“ Mercedes-Benz 220 S Ponton

 

Der Ursprung der VOLANTE-Sammlung liegt weit zurück im Jahr 1981. Alles begann mit einem „alten“ (der Begriff Oldtimer hatte sich noch nicht durchgesetzt) Mercedes-Benz 220 S Ponton von 1956, erworben für 200 D-Mark. Was als Spaß am Ungewöhnlichen begann, wurde zu einer großen Leidenschaft. Immer gab es im Kosmos der automobilen Historie Neues und Begeisterndes zu entdecken.

Repariert und restauriert wurde von Beginn an selbst. Dabei stellte sich nach und nach die Erkenntnis ein: weniger ist oft mehr. Mit der Beseitigung der Kampfspuren vergangener Tage verloren die Wagen oft auch Ausstrahlung und Charakter – und damit gleichzeitig die Faszination, die sie auf den Sammler ausgeübt hatten. Dieser Einsicht folgend wurde fortan zwar die Technik mit zeitgenössischem Material funktionsfähig gehalten und gewartet, gleichzeitig aber alles Wahrnehmbare, was von einem langen und ereignisreichen Autoleben zu berichten hatte, schonend und behutsam erhalten.

Mitte der 90er Jahre erfolgte fast unbemerkt der Schritt zur Sammlung. Neben dem reinen Fahrvergnügen rückte das Interesse für außergewöhnliche technische und gestalterische Leistungen immer mehr in den Mittelpunkt. Das Augenmerk richtete sich dabei ganz von selbst auf die Epoche der Automobilgeschichte, die in Sachen Ingenieurskunst und Design als die innovativste und kreativste verstanden wird: die Spanne zwischen den Weltkriegen und die Neuordnung der automobilen Welt direkt danach. Die wunderbar eigenständigen Entwürfe dieser Zeit, ihre Schöpfer, nicht zuletzt auch ihre Besitzer und Auftraggeber, stellen einen Kontext dar, der süchtig machen kann im Umfeld heutiger Konformität.

Diese Umstände liegen auch der Entstehung der weltweit größten Sammlung von Automobilen aus der Werkstatt des Pariser Karosseriebauers VANVOOREN zu Grunde, die für einige Jahre im VOLANTE beheimatet war. Erstes Fahrzeug dieser Reihe war der restaurierungsbedürftige Hispano-Suiza VANVOOREN des französischen Kriegsministers Raoul Dautry aus dem Jahre 1937.

Ein wunderbarer Wagen, qualitätsvoll und mit ausgewogenem, dezentem Design. Doch die Recherche zu dieser Firma ergab zunächst nichts. Keine Literatur, keine Clubs, keine Internet Community. Je intensiver die Spurensuche erfolgte, desto interessanter wurde sie. Das Haus aus dem Pariser Vorort Courbevoie entpuppte sich als eine der innovativsten und renommiertesten Karosseriebaufirmen der 20er und 30er Jahre, die das Feld der absoluten Luxusoberklasse bediente.

Bugatti, Hispano-Suiza, Delage, Voisin, Delahaye, Panhard-Levassor, Rolls-Royce, Bentley, Alvis, Mercedes-Benz, Alfa-Romeo, Cadillac, Graham-Paige, etc. wurden von VANVOOREN individuell nach Kundenwunsch eingekleidet. Im Kriege 1943 ausgebombt und aller Dokumente beraubt, gelang der Manufaktur danach kein wirklicher Neuanfang – und ihre wundervollen Einzelstücke, Zeugnisse höchster Handwerkskunst, gerieten in Vergessenheit. Für den Liebhaber künstlerischen Automobildesigns ein großer Verlust, der danach verlangte, zumindest ansatzweise geheilt zu werden. Der VOLANTE-Sammlung gelang es, neun verschiedene Marken mit VANVOOREN-Aufbauten an einem Ort zu vereinen – ein weltweit beachteter, einzigartiger Erfolg. Inzwischen erfreuen diese automobilen Schätze neue Eigentümer, und der Fokus der Sammlung richtet sich auf neue Themen und Epochen. Geblieben sind Archiv und Register für alle heute noch existierenden Wagen mit VANVOOREN-Karosserie.

Der Entschluss, diese außergewöhnliche Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, beruht auf dem Wunsch, die Leidenschaft und Begeisterung für diese wunderbaren Zeugen ihrer Zeit weiterzugeben und zu teilen.

 

Volante Kirchzarten bei Freiburg